Neuauflage Hürlimann und Hesse
Die Generalversammlung der Welttheater Gesellschaft Einsiedeln vom Mittwochabend hat die erhofften Informationen gebracht: die nächste Spielperiode soll im Jahre 2007 stattfinden. Als künstlerische Leiter sind erneut Thomas Hürlimann und Volker Hesse vorgesehen. Den offiziellen Spielbeschluss haben die Mitglieder an einer ausserordentlichen Generalversammlung Anfang Dezember zu fällen. fz. Die Erwartungen der 67 anwesenden Mitglieder, die trotz drückender Hitze den Weg ins Hotel Drei Könige gefunden hatten, wurden erfüllt. Präsident Peter Kälin und seine Vorstandsmitglieder informierten offen und transparent über den Stand der Vorarbeiten für die nächste Spielperiode. Bereits im eröffnenden Jahresbericht kam der Präsident auf das Thema zu sprechen: «Genauso wie wir für die Durchführung der letzten Spielperiode viel Vorbereitung benötigten, so wird es auch dieses Mal sein.» Bereits letztes Jahr habe er darauf hingewiesen, dass eine zukünftige Spielperiode zu organisieren nicht einfacher geworden sei. «Die Trauben hängen hoch und dadurch die Erwartungen auch.» Die in allen Belangen gelungene letzte Spielperiode dürfe einen nicht in falscher Sicherheit wiegen. «Es braucht sehr viel Anstrengungen, vielleicht noch mehr als letztes Mal, ein kommendes Welttheater wieder erfolgreich zu gestalten.» Am Erfolg anknüpfen Das Geheimnis über seine Vorarbeiten lüftete der Vorstand aber erst unter dem zweitletzten Traktandum. James Kälin, der mit der konzeptionellen Arbeit betreut ist, informierte über den aktuellen Stand. Nach der Spielperiode 1994 hätte sich die Ausgangslage absolut offen präsentiert. Gleich hätte es sich nach der letzten Aufführungsperiode verhalten. Wiederum hätte man sich in einem Grundsatzentscheid dafür ausgesprochen, an der Basis von Don Pedro Calderóns Werk «Das Grosse Welttheater» festzuhalten. In der nachfolgenden Auslegeordnung sei mit dem künstlerischen Stab der letzten Spielperiode und weiteren möglichen Kandidaten und Fachleuten das Gespräch gesucht worden. Das einhellige Urteil sei gewesen, «dass am bisherigen Erfolg angeknüpft werden soll». Unter diesem Aspekt überrascht es nicht, dass sich der Vorstand für eine erneute Zusammenarbeit mit Autor Thomas Hürlimann und Regisseur Volker Hesse entschied. «Das exakt gleiche Stück kommt aber nicht in Frage», stellte James Kälin fest und Präsident Peter Kälin sprach ebenfalls davon, dass es kein «Remaking» geben soll. Bereits an der ausserordentlichen Generalversammlung, an der die Mitglieder den offiziellen Entscheid über den Zeitpunkt der Spielperiode und die Zusammensetzung der künstlerischen Leitung zu fällen haben, soll Thomas Hürlimann erste neue Ideenskizzen vorlegen. Während mit ihm bereits ein Vertrag abgeschlossen wurde, der nach der Zustimmung durch die ausserordentliche Generalversammlung Rechtskraft erlangt, liegt von Volker Hesse die mündliche Zusage vor. 2007 auf dem Klosterplatz Geht es nach dem Vorstand, soll die kommende Spielperiode im Jahr 2007 stattfinden. Der frühstmögliche Termin wäre laut James Kälin theoretisch im Sommer 2006. Doch zu diesem Zeitpunkt ist Regisseur Volker Hesse noch immer als Intendant am Max Gorki-Theater in Berlin beschäftigt. Bereits Kontakt aufgenommen hat der Vorstand auch mit der Klostergemeinschaft. «Uns liegt sehr viel an einem guten Einvernehmen», versichert Peter Kälin. An einem Gespräch mit Abt Martin Werlen waren auch Volker Hesse und Thomas Hürlimann anwesend. Laut Peter Kälin ist die Zusage des Klosters zum Spiel und zur künstlerischen Leitung schon eingetroffen. «Wir haben grünes Licht erhalten.» Die anwesenden Mitglieder nahmen die Ankündigungen des Vorstandes erfreut zur Kenntnis. Es ist anzunehmen, dass dem Vorschlag des Vorstandes an der ausserordentlichen Generalversammlung zugestimmt wird. Auf gesunden Füssen Neben der Information über die kommende Spielperiode galt es den Vorstand und die Rechnungsprüfungskommission zu wählen. Dabei kam es zu einer einzigen Änderung. Für die demissionierende Rechnungsprüferin Irma Nussbaumer nahm neu Lydia Birchler in der RPK Einsitz. Damit ist auch gesagt, dass die Gesellschaft für weitere fünf Jahre von Peter Kälin präsidiert wird. Nicht nur führungsmässig, sondern auch finanziell steht die Welttheatergesellschaft auf gesunden Füssen. Bei einem Aufwand von 71’763 Franken und Einnahmen von 45’606 Franken resultierten im letzten Jahr Mehrausgaben von 26’157 Franken. Eingeschlossen in diesen Betrag sind jedoch Vergabungen an kulturelle Anlässe und Organisationen aus dem Kulturfonds in der Höhe von 25’000 Franken. In der Bilanz fallen die Mehrausgaben nur unwesentlich ins Gewicht. Per Ende 2002 belief sich das Vermögen auf 1,452 Millionen Franken. Dazu kommen 224’000 Franken, die als «eiserne Reserve» auf einem Sperrkonto deponiert sind. Damit ist das nötige Eigenkapital für die Durchführung einer Spielperiode in der Grössenordnung von 3,0 Millionen Franken gesichert. |